Poomse ist der Bereich des Taekwondo, der den künstlerischen, ästhetischen Teil der Kampfkunst Taekwondo besonders präsentiert. Es ist eben nicht nur das sture Ablaufen aneinandergereihter Techniken oder nur der realitätsnahe Kampf gegen imaginäre Gegner, sondern eine Komposition aus Verteidigungs-/Angriffstechniken, Darstellung eines Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner, Ki-Energie und der eigenen Persönlichkeit. Mit “Taeguk” wurden die Poomse bezeichnet, um ihre Bedeutung zu unterstreichen. Basierend auf der chinesischen Schrift steht “Tae” für Größe und “Guk” für Ewigkeit. Mit der Zusammensetzung dieser Begriffe wollte man den philosophischen Grundgedanken für die Formen betonen. “Taeguk” ist formlos, ohne Anfang und Ende und steht für den Ursprung allen seins. Die acht Symbole aus dem I-Ging, dem chinesischen Orakel und Buch der Weissagungen, stehen gleichzeitig als Symbole und Bewegungsdiagramme für die acht Schüler-Poomse. Vier von ihnen finden wir auch auf der koreanischen Nationalflagge “Tae Guk ki”.
Konzentration ist von Anfang an das wichtigste. Deshalb sollte die Konzentrationsstellung auf das Kommando “Junbi” nicht zu hektisch eingenommen werden. Gerade diese konzentrierte und langsame Bewegung in die Junbi-Stellung gibt einem Zeit, alles außenstehende abzuschalten und sich 100%-ig zu konzentrieren. Der Start der ersten Techniken ist dann explosiv, überraschend, wie ein Angriff eines imaginärer Gegners.

Die Form muß beim Betrachter den Eindruck erwecken, der Taekwondoin kämpfe gegen unsichtbare Gegner. Durch eine kurze Pause zwischen den einzelnen Kombinationen werden Akzente gesetzt und läßt somit die Form realitätsnäher wirken. Wichtig ist: vor jedem Richtungswechsel erst in die Richtung schauen, wo der nächste imaginäre Angriff herkommt! Die Konzentration vor dem Beginn der Form mit der Vorstellung, die angreifenden Gegner mit niederschmetternden und gleichzeitig ästhetischen Techniken abzuwehren und kampfunfähig zu machen, sollte so überzeugend sein, dass der Betrachter beim Ausführen der Form deutlich den Sinn der Poomse sieht.